Polen2018: Wolfsschanze – Steinort – Masuren

Gestern sind wir aus Danzig über die Marienburg an die weiter östlich gelegene Wolfsschanze angereist. Umgeben von Wäldern und mit nur vereinzelten anderen Campern am Platz, hatten wir eine sehr ruhige Nacht. Am nächsten Morgen steht die Besichtigung der Bunkeranlage auf dem Programm. Um 8 Uhr werden hier die Tore geöffnet und wir sind die ersten Besucher des Tages. Uns erwartet ein Lost Place der besonderen Art: die Überreste des ehemalige Führerhauptquartiers mit seinen Baracken und Bunkersystemen.

Wir haben uns entschlossen das Gelände ohne Tourguide zu besichtigen. Ungestört und unbeobachtet zu sein war uns wichtig, damit wir uns auch abseits der beschilderten Wege umschauen können und nebenbei noch die auf dem Gelände befindlichen Caches machen können. Zunächst sind wir am Earthcache „Sztuczne formacje wapienne – Artificial limestone“ vorbeigekommen, bei dem unsere Beobachtungen zu den Stalkatiden aus Kalkgestein, welche an den Bunkerdecken auftreten, notiert werden müssen.

Auf Abwegen im Sperrkreis

Die Bunkeranlagen wurden 1944 verlassen, als die rote Armee näher rückte und 1945 von eben dieser gesprengt. Zurück geblieben sind die halb eingefallenen Baracken und Bunker. An allen Eingängen befinden sich Schilder, die den Zutritt aus Sicherheitsgründen verbieten. Davon lassen wir uns aber natürlich nicht abhalten. Wir wissen wie man sich in Lost Places bewegt. Und was die letzten 70 Jahre nicht eingefallen ist, wird auch gerade heute nicht einfallen. Also los!

Der Mystery „Sperrkreis 1“ lud uns ein, den Bunker 21 etwas näher unter die Lupe zu nehmen. Innen befinden sich Meter tiefe Löcher, die wir übersteigen. Wir schleichen die Gänge entlang und begutachten die eingefallenen Räumlichkeiten. Wenn wir einem der Ausgänge näher kommen, müssen wir uns immer wieder vor Touristen verstecken, die neugierig in die gesperrten Eingänge leuchten. Es tropft von der Decke – so entstehen die erwähnten Kalkgesteine. Dann widmen wir uns dem Geocache: Kerstin hat hier den Größen- äähhm Zwergenvorteil und darf zwischen die Felsplatten kriechen … Fund : )

Den dritten und letzten Cache machen wir im Waldstück gegenüber, abseits der umzeunten Touristenattraktion. Für die Dose „Wolfsschanze / Wilczy Szaniec“ muss nun Constantin ran und auf den Bunker 26 klettern. Auch hier können wir einen Fund verbuchen. Dann geht es zurück zum Campingplatz. Wir bestaunen die Touristenmassen, Reisebusse und Autoschlange, die sich nun auf das Gelände drängen. Nichts wie weg hier!

Schloss aka Bauruine Steinort

Schloss Steinort, das hört sich toll an, da will vor allem die Frau im Team hin. Pustekuchen! Da hätten wir uns mal besser vorher informieren sollen. Das Schloss Steinort ist nämlich eigentlich eine Bauruine, ein Lost Place den die Deutsch-Polnische Gesellschaft und die TU Dresden gerade wieder sanieren und aufbauen.

Das Schloss Steinort liegt in der Woiwodschaft Ermland-Masuren. Wir fahren noch ein paar Kilometer weiter in den Hafenort Kisajmo. Auf dem Campingplatz neben einer Marina am Kisanjo-See verbrachten wir unsere Nacht.